Rubrik: Markt & Anbieter | Der Schönheitschirurg – Branchenmagazin für Ästhetische Medizin
Welche Praxissoftware passt zu welcher Praxis – und worauf es bei GOÄ-Abrechnung, Fotodokumentation und IRegG-Compliance ankommt. Eine Marktübersicht der spezialisierten Anbieter für ästhetische Medizin und ästhetische Chirurgie im deutschen Markt.
Die Wahl der richtigen Praxissoftware für ästhetische Medizin entscheidet darüber, wie effizient eine Privatpraxis Beratung, Dokumentation, Abrechnung und Nachsorge abwickelt. Anders als in kassenrechtlich geprägten Praxen gelten in der ästhetischen Medizin besondere Anforderungen: Die Patienten sind überwiegend Selbstzahler, die Abrechnung erfolgt nach GOÄ statt EBM, die Fotodokumentation ist Pflicht – und seit Juli 2024 verlangt das Implantateregistergesetz (IRegG) eine verpflichtende digitale Meldung jeder Brustimplantat-Operation.
Trotzdem arbeiten viele ästhetisch-chirurgische Praxen und medizinisch-ästhetische Behandler noch mit allgemeinen Praxisverwaltungssystemen (PVS), die für kassenrechtliche Abrechnung optimiert sind – und damit in zentralen Bereichen nicht passen. Die KBV listet über 130 zugelassene Praxissoftware-Produkte, doch nur eine Handvoll wurde gezielt für die Anforderungen der ästhetischen Medizin und ästhetischen Chirurgie entwickelt.
Dieser Marktüberblick zeigt, worauf es bei der Softwarewahl ankommt, vergleicht die spezialisierten Anbieter auf dem deutschen Markt und ordnet ein, welches System zu welchem Praxistyp passt – von der chirurgischen Klinik mit OP-Saal bis zur dermatologisch-ästhetischen Einzelpraxis.
Auf einen Blick: Praxissoftware für ästhetische Medizin im Vergleich
| Anbieter | Fokus | Preis (ab) | IRegG | GOÄ | Foto-Doku |
|---|---|---|---|---|---|
| AesthOS | Ästh. Chirurgie + Kliniken | 349 €/Mo. | ✓ | ✓ | ✓ |
| Clinicore | Ästh. Medizin (Privatpraxis) | auf Anfrage | – | ✓ | ✓ |
| ::pixelmedic | Privatmedizin, Plast. Chir., Derm. | auf Anfrage | – | ✓ | ✓ |
| Patientify | Privatärzte + Ästhetik | 39 €/Mo. | – | ✓ | ✓ |
| Clinicminds | Ästh. Kliniken (international) | auf Anfrage | – | ✓ | ✓ |
| tomedo® | Apple-Praxissoftware, auch Ästhetik | auf Anfrage | teilw. | ✓ | ✓ |
| Praxismanager (claysen) | Privatärzte, Plast.-Ästh. Chirurgie | auf Anfrage | ✓ | ✓ |
Stand: Februar 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; Preise netto zzgl. MwSt. Funktionsumfang kann je nach Paket variieren.
Warum ästhetische Praxen eine spezialisierte Praxissoftware brauchen
Eine Praxis für ästhetische Medizin oder ästhetische Chirurgie unterscheidet sich in mehreren Dimensionen von einer kassenrechtlich geprägten Gemeinschaftspraxis. Daraus ergeben sich konkrete Anforderungen an die Praxissoftware, die allgemeine PVS-Systeme nur bedingt erfüllen.
Selbstzahler-Abrechnung statt Kassensystem
Der Großteil der Eingriffe in ästhetischen Praxen wird privat abgerechnet. Die Software muss GOÄ-konform sein, individuelle Honorarvereinbarungen unterstützen, Split-Tax-Logik für unterschiedliche Mehrwertsteuersätze (medizinisch indiziert vs. rein ästhetisch) beherrschen und Kostenvoranschläge mit rechtssicheren Aufklärungsbögen verknüpfen. DATEV-Export für die Buchhaltung ist in professionellen Praxen unverzichtbar. Details zu den Besonderheiten der privaten Abrechnung und typischen Stolperfallen finden Fachärzte in unserem Fachbeitrag zur GOÄ-Abrechnung in der Ästhetik.
Fotodokumentation und Bilddatenbank
Vorher-Nachher-Fotografie ist in der ästhetischen Medizin Standard – sowohl für die medizinische Dokumentation als auch für die Patientenberatung. Die Software muss Bilder direkt in der Patientenakte speichern, standardisierte Aufnahmewinkel definieren und den Zugriff DSGVO-konform steuern können. Idealerweise unterstützt sie auch den Bildvergleich (Overlay, Slider) und das Annotieren von Behandlungszonen. Wer Vorher-Nachher-Bilder werblich verwenden will, muss seit dem BGH-Urteil 2025 zusätzlich die verschärften Vorgaben des Heilmittelwerbegesetzes zu Filler- und Botox-Behandlungen beachten.
OP-Planung und Beratungs-Pipeline
Der Weg vom Erstgespräch zur Operation umfasst in der ästhetischen Chirurgie mehrere Stufen: Beratung, Aufklärung, Bedenkzeit, OP-Planung, Eingriff, Nachsorge. Eine spezialisierte Praxissoftware bildet diesen Patientenlebenszyklus ab – inklusive Pipeline-Tracking, Follow-up-Erinnerungen und Conversion-Übersicht für das Praxismanagement.
IRegG-Meldepflicht bei Brustimplantaten
Seit dem 1. Juli 2024 sind alle Gesundheitseinrichtungen in Deutschland verpflichtet, implantatbezogene Maßnahmen mit Brustimplantaten an das Implantateregister Deutschland (IRD) zu melden. Die Meldung erfolgt elektronisch über die Telematikinfrastruktur. Wer die Meldung innerhalb von sechs Monaten versäumt, riskiert eine Vergütungsminderung von 100 Euro pro Eingriff. Die Praxissoftware muss diesen Prozess unterstützen – idealerweise mit automatisierter Prüfung, ob alle Felder korrekt erfasst sind. Ausführlich behandelt wird das Thema in unserem Fachartikel zu BIA-ALCL, BIA-SCC und dem Implantateregister.
Digitale Aufklärung und Einwilligung
Rechtssichere Aufklärungsbögen mit digitaler Unterschrift, Bedenkzeitdokumentation und lückenlose Archivierung sind gerade in der ästhetischen Medizin mit ihrem erhöhten Haftungsrisiko nicht optional. Die Praxissoftware sollte Vorlagen für gängige Eingriffe mitbringen oder deren Einbindung ermöglichen. Die Anforderungen an die digitale Patientenakte wachsen darüber hinaus durch die elektronische Patientenakte (ePA) – was das konkret für Privatpraxen bedeutet, beleuchtet unser Beitrag zur ePA in der ästhetischen Praxis.

Praxissoftware für ästhetische Medizin: Die spezialisierten Anbieter im Detail
Der deutsche Markt für spezialisierte Praxissoftware in der ästhetischen Medizin ist überschaubar. Mindestens fünf Anbieter positionieren sich explizit für diese Zielgruppe; zwei weitere decken Teilbereiche ab.
AesthOS
AesthOS positioniert sich als umfassendstes System für ästhetisch-chirurgische Kliniken in Deutschland. Die Software umfasst 12 Module, die den gesamten Patientenlebenszyklus abbilden – von der Erstanfrage über die OP-Planung und Dokumentation bis zur Nachsorge und Langzeitbindung.
Besonderheiten: Das OP-Cockpit zeigt für jede anstehende Operation per Ampelsystem an, ob Zahlung eingegangen, Dokumente vollständig und Implantatdaten erfasst sind. Das integrierte IRegG-Modul automatisiert die Meldung an das Implantateregister. Ein CRM-artiges Beratungsmodul trackt die Conversion von der Erstberatung bis zum gebuchten Eingriff und identifiziert Storno-Risiken.
Geeignet für: Chirurgische Praxen und Kliniken mit eigenem OP-Saal, hohem Dokumentationsaufwand und Brustimplantat-Eingriffen (IRegG-Pflicht). Typischerweise ein bis fünf Behandler.
Preis: Ab 349 €/Monat (On-Premise) bzw. 499 €/Monat (Cloud), jeweils inkl. 3 Arztlizenzen und alle 12 Module. Jeder weitere Arzt ab 99 €.
Clinicore
Clinicore wurde in Zusammenarbeit mit Privatärzten aus der ästhetischen Medizin entwickelt, primär im DACH-Raum (Sitz Österreich). Der Fokus liegt auf einfacher Bedienung trotz breitem Funktionsumfang. Die Praxissoftware läuft vollständig im Browser und ist von jedem Endgerät aus nutzbar.
Besonderheiten: Seit Anfang 2026 integriert Clinicore KI-Funktionen: automatische Zusammenfassung von Patientengesprächen, Strukturierung von Informationen und Vorbereitung von Dokumentationseinträgen. Alle Daten liegen in einem DSGVO-konformen Hochsicherheitsrechenzentrum. 2-Faktor-Authentifizierung wird unterstützt.
Geeignet für: Einzelpraxen und kleine Praxisgemeinschaften in der ästhetischen Medizin, die eine unkomplizierte, cloud-basierte Lösung suchen.
::pixelmedic
Pixelmedic ist eine Schweizer Software, die seit 2012 in Deutschland privatmedizinisch tätige Ärzte unterstützt. Sie läuft nativ unter macOS und Windows und wurde bewusst auf die Schwerpunkte Plastische Chirurgie, Ästhetische Medizin und Dermatologie konzentriert.
Besonderheiten: Kein Ballast aus der gesetzlichen Kassenabrechnung. GOÄ-Abrechnung mit individuellen Steigerungssätzen und Honorarvereinbarungen. Drei Pakete (Premium, Business, Clinic) unterschieden nach Benutzerzahl. Sieben Erweiterungsmodule verfügbar.
Geeignet für: Privatpraxen, die eine native Desktop-Anwendung bevorzugen und keine reine Cloud-Lösung wollen. Besonders beliebt bei Fachärzten mit Schwerpunkt ästhetische Chirurgie und Dermatologie.
Patientify.io
Patientify ist die preislich niedrigschwelligste Lösung. Sie richtet sich an Privatärzte, Heilpraktiker und Therapeuten und bietet auch eine spezielle Variante für die ästhetische Medizin. Die Praxissoftware läuft cloud-basiert im Browser und ist ohne Installation einsatzbereit.
Besonderheiten: 14-Tage-Testphase ohne Kreditkarte. Online-Terminbuchung mit integrierter Bezahlung (SumUp, SEPA, Kreditkarte, PayPal). Abrechnung nach GOÄ oder frei definierbaren Leistungen. Vorher-/Nachher-Fotodokumentation direkt in der Patientenakte. Digitale Einwilligungserklärungen und Aufklärungsbögen.
Geeignet für: Kleinere ästhetische Praxen, Praxisgründer und Einzelbehandler, die schnell und günstig starten wollen. Weniger geeignet für chirurgische Kliniken mit OP-Saal und IRegG-Pflicht.
Preis: Ab 39 €/Monat (Starter, 1 Benutzer). Jeder weitere Benutzer 39 €/Monat. 12 Monate Vertragslaufzeit.
Clinicminds
Clinicminds ist ein niederländischer Anbieter, der in 15 Ländern und 8 Sprachen verfügbar ist – darunter auch Deutschland mit GOÄ-Unterstützung. Die Software deckt ein breites Spektrum ab: Injectables, Hauttransplantation, Haartransplantation, Laserbehandlungen und chirurgische Eingriffe.
Besonderheiten: QMS-Modul (Qualitätsmanagementsystem) integriert. Schnittstellen zu MailChimp und Zapier für Marketing-Automatisierung. Erweiterte Analysefunktionen für Geschäftsentwicklung. Alle Daten cloud-basiert und DSGVO-konform.
Geeignet für: Internationale Klinikketten oder Praxen mit starkem Marketing-Fokus, die ein System mit breiter Behandlungspalette und CRM-Funktionen suchen.
Allgemeine Praxissoftware mit Ästhetik-Unterstützung
Neben den spezialisierten Systemen gibt es zwei Praxissoftware-Lösungen, die nicht ausschließlich für die Ästhetik entwickelt wurden, aber von vielen plastischen Chirurgen und Dermatologen eingesetzt werden:
tomedo® ist eine Apple-native Praxissoftware mit KBV-Zulassung und unterstützt explizit Plastische und Ästhetische Chirurgie als Fachrichtung. Stark bei TI-Anbindung und Spracherkennung, aber primär auf den kassenrechtlichen Workflow ausgelegt. Geeignet für Praxen, die sowohl Kassen- als auch Privatpatienten behandeln.
Praxismanager (claysen GmbH) wurde speziell für Privatärzte im Bereich der plastisch-ästhetischen Chirurgie entwickelt. Bietet Online-Terminvergabe, digitale Bezahlfunktion und Patientenakte. DATEV-Anbindung in Umsetzung.
Praxissoftware für ästhetische Chirurgie: Besondere Anforderungen bei OP-Praxen
Für chirurgische Praxen mit eigenem OP-Saal gelten zusätzliche Anforderungen, die nicht jede Praxissoftware für ästhetische Medizin abdeckt. Dazu zählen:
- IRegG-Compliance mit automatisierter Meldung an das Implantateregister Deutschland
- OP-Planungsmodule mit Ressourcen-Zuordnung (Anästhesist, OP-Personal, Raumbelegung)
- Sterilgut-Dokumentation und Verbrauchsmaterial-Tracking
- Narkose- und OP-Protokolle digital erfassbar
- Schnittstellen zu Implantat-Datenbanken (UDI-Abruf)
Unter den aktuell am deutschen Markt verfügbaren Systemen bildet AesthOS diese chirurgischen Anforderungen am vollständigsten ab; Clinicminds deckt einen Teil davon ab, ohne IRegG-Modul. Für Praxen, die sowohl Kassen- als auch Privatleistungen erbringen, kann tomedo® mit erweiterten Zusatzmodulen eine Alternative sein.
Entscheidungsmatrix: Welche Praxissoftware passt zu welchem Praxistyp?
| Praxistyp | Primäre Anforderung | Empfehlung |
|---|---|---|
| Chirurgische Klinik mit OP-Saal + Brustimplantate | IRegG-Compliance, OP-Cockpit, DATEV-Export | AesthOS |
| Privatpraxis (1–3 Ärzte), ästhetische Chirurgie | GOÄ, Fotodoku, Beratungs-Pipeline | AesthOS, Clinicore oder ::pixelmedic |
| Einzelpraxis, ästhetische Medizin (Injektionen, Laser) | Einfachheit, Online-Termine, günstiger Einstieg | Patientify oder Clinicore |
| Dermatologie mit ästhetischem Schwerpunkt | Foto-Doku, GOÄ, Laser-Dokumentation | ::pixelmedic oder Clinicore |
| Praxisgründung / Budget-sensitive Startphase | Schneller Start, niedrige Kosten, kein IT-Aufwand | Patientify (ab 39 €/Mo.) |
| Internationale Klinikgruppe | Mehrsprachigkeit, Marketing-CRM, QMS | Clinicminds |
| Apple-affine Praxis, auch Kassenleistungen | TI-Anbindung, macOS-nativ, KBV-Zulassung | tomedo® |
IRegG-Compliance: Das Thema, das keine Software-Entscheidung ignorieren sollte
Seit dem 1. Juli 2024 ist die Meldung von Brustimplantat-Operationen an das Implantateregister Deutschland verpflichtend. Die Sanktionierung bei Versäumnis – 100 Euro Vergütungsminderung pro nicht gemeldeter Maßnahme – ist seit Januar 2025 aktiv.
Für ästhetisch-chirurgische Praxen hat das konkrete Konsequenzen: Jede Brustimplantat-Operation (Vergrößerung, Wechsel, Entfernung) muss innerhalb von sechs Monaten nach dem Eingriff an das IRD gemeldet werden. Die Meldung erfordert UDI-Codes (Unique Device Identification) der verwendeten Implantate, die in der IRD-Produktdatenbank registriert sein müssen. Die Meldebestätigung dient gegenüber Kostenträgern und Selbstzahlern als Nachweis der Meldepflicht-Erfüllung.
Aktuell bietet unter den spezialisierten Anbietern nur AesthOS ein integriertes IRegG-Modul. Praxen, die mit anderen Systemen arbeiten, müssen die Meldung über das Web-Formular des IRD manuell durchführen – ein fehleranfälliger Prozess, den eine Softwareintegration deutlich vereinfachen würde. Die fachlichen Hintergründe zu Brustimplantat-Risiken, BIA-ALCL und dem Implantateregister vertieft unser Fachbeitrag für Brustchirurgen.
Checkliste für die Softwareauswahl
Bevor Sie sich für eine Praxissoftware für ästhetische Medizin oder ästhetische Chirurgie entscheiden, sollten Sie folgende Punkte klären:
- Bieten Sie Brustimplantat-Eingriffe an? Dann ist IRegG-Fähigkeit ein Muss.
- Wie viele Behandler und MFA/Empfangskräfte sollen gleichzeitig arbeiten?
- Bevorzugen Sie Cloud (kein IT-Aufwand) oder On-Premise (volle Datenkontrolle)?
- Benötigen Sie DATEV-Export für Ihren Steuerberater?
- Wie wichtig ist Online-Terminbuchung für Ihr Patientenprofil?
- Arbeiten Sie überwiegend mit macOS oder Windows?
- Brauchen Sie eine Beratungs-Pipeline mit Conversion-Tracking?
- Wie hoch ist Ihr monatliches Budget für Praxissoftware?
- Wie soll die Fotodokumentation organisiert sein (Overlay-Vergleich, standardisierte Winkel, DSGVO-Zugriffssteuerung)?
- Wird eine Schnittstelle zur elektronischen Patientenakte (ePA) bzw. zur Telematikinfrastruktur benötigt?
Tipp: Nutzen Sie die kostenlosen Demos und Testphasen der Anbieter, bevor Sie sich vertraglich binden. Eine Praxissoftware-Migration ist aufwendig – die richtige Wahl beim ersten Mal spart erhebliche Folgekosten.
Fazit: Praxissoftware ästhetische Medizin – die richtige Wahl treffen
Der Markt für spezialisierte Praxissoftware in der ästhetischen Medizin und Chirurgie ist klein, aber differenziert. Die Wahl des richtigen Systems hängt wesentlich davon ab, ob Sie eine chirurgische Klinik mit OP-Saal und Implantaten betreiben, eine medizinisch-ästhetische Privatpraxis mit Injektions- und Laserbehandlungen oder eine dermatologische Praxis mit ästhetischem Schwerpunkt.
Für chirurgische Praxen mit IRegG-Pflicht ist die Softwareauswahl aktuell begrenzt – integrierte Lösungen wie AesthOS adressieren genau diese Lücke. Kleinere ästhetische Praxen finden mit Patientify oder Clinicore schlankere, kostengünstigere Einstiegspunkte. Und wer eine native Desktop-Lösung bevorzugt, findet in ::pixelmedic einen bewährten Spezialisten.
Entscheidend ist: Die Praxissoftware muss zum Praxistyp passen – nicht umgekehrt. Ein allgemeines Kassenarzt-PVS in einer reinen Privatpraxis für ästhetische Medizin einzusetzen, erzeugt täglich Reibungsverluste, die sich über Monate zu erheblichen Kosten summieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Praxissoftware eignet sich für die ästhetische Medizin? Für die ästhetische Medizin sind spezialisierte Systeme empfehlenswert, die GOÄ-Abrechnung, Vorher-Nachher-Fotodokumentation und Selbstzahler-Workflows abbilden. Auf dem deutschen Markt aktiv sind unter anderem AesthOS (für chirurgische Kliniken), Clinicore, ::pixelmedic, Patientify und Clinicminds. Für reine Privatpraxen ohne OP-Saal sind Clinicore oder Patientify typische Einstiegspunkte; für chirurgische Kliniken mit IRegG-Pflicht ist AesthOS derzeit das umfassendste System.
Was kostet eine Praxissoftware für ästhetische Chirurgie? Die Preisspanne ist groß. Patientify startet bei 39 Euro pro Monat und Benutzer und ist damit die niedrigschwelligste Lösung. AesthOS beginnt bei 349 Euro pro Monat in der On-Premise-Variante und 499 Euro pro Monat in der Cloud, jeweils inklusive drei Arztlizenzen. Clinicore, ::pixelmedic und Clinicminds kommunizieren ihre Preise nur auf Anfrage – die Gesamtkosten liegen in der Regel zwischen 150 und 600 Euro pro Monat je nach Praxisgröße und gewählten Modulen.
Muss eine Praxissoftware für Brustimplantat-Eingriffe IRegG-fähig sein? Ja, de facto schon. Seit dem 1. Juli 2024 sind alle Gesundheitseinrichtungen verpflichtet, implantatbezogene Maßnahmen mit Brustimplantaten an das Implantateregister Deutschland zu melden. Wer die Meldung versäumt, riskiert eine Vergütungsminderung von 100 Euro pro nicht gemeldeter Maßnahme. Eine Praxissoftware ohne integriertes IRegG-Modul zwingt die Praxis zur manuellen Meldung über das Web-Formular des IRD – ein zeitaufwendiger und fehleranfälliger Prozess. Aktuell bietet nur AesthOS ein vollintegriertes IRegG-Modul; weitere Anbieter arbeiten an Lösungen.
Welche Anforderungen hat das IRegG an die Software? Die Praxissoftware sollte die UDI-Codes der verwendeten Implantate erfassen, einen Abgleich mit der IRD-Produktdatenbank ermöglichen, die Meldebestätigungs-ID speichern und die 6-Monats-Frist überwachen. Idealerweise prüft sie automatisiert, ob alle Pflichtfelder korrekt ausgefüllt sind, bevor die Meldung übermittelt wird.
Gibt es eine Praxissoftware für ästhetische Medizin mit KI-Funktionen? Clinicore hat Anfang 2026 KI-Funktionen eingeführt: automatische Zusammenfassung von Patientengesprächen, Strukturierung von Informationen und Vorbereitung von Dokumentationseinträgen. Weitere Anbieter arbeiten an vergleichbaren Funktionen, die vor allem die Dokumentation und Beratung effizienter machen sollen.
Kann ich eine allgemeine Praxissoftware in einer ästhetischen Privatpraxis einsetzen? Technisch ja, praktisch nur mit Einschränkungen. Allgemeine KBV-zugelassene Systeme sind auf den kassenrechtlichen Workflow optimiert und unterstützen GOÄ-Abrechnung, Selbstzahler-Logik und Fotodokumentation meist nur rudimentär. Für Praxen mit gemischter Klientel (Kasse + Privat) können Systeme wie tomedo® eine Brücke sein. Reine Privatpraxen profitieren in der Regel deutlich von spezialisierten Lösungen.
Welche Praxissoftware eignet sich für Dermatologen mit ästhetischem Schwerpunkt? Dermatologische Praxen mit ästhetischem Schwerpunkt haben einen hohen Bedarf an Fotodokumentation, Laser-Protokollen und GOÄ-Abrechnung. ::pixelmedic ist hier traditionell stark positioniert; auch Clinicore und Clinicminds decken die dermatologisch-ästhetische Zielgruppe ab. Reine Kassen-Dermatologen sind mit klassischen PVS-Systemen besser bedient.
Quellen und weiterführende Informationen
Implantateregistergesetz (IRegG), BGBl. 2019, zuletzt geändert 2024 – gesetze-im-internet.de BMG: Meldung der Gesundheitseinrichtungen an das Implantateregister – bundesgesundheitsministerium.de (Stand: März 2025) KBV: Meldepflicht an Implantateregister, neue GOP bei Endoprothesen – kbv.de (Januar 2025) KV Hessen: Implantateregister – Meldung der implantatbezogenen Eingriffe – kvhessen.de AesthOS – aesthos.de Clinicore – clinicoresuite.com ::pixelmedic – pixelmedics.ch Patientify.io – patientify.io Clinicminds – clinicminds.com/de tomedo® – tomedo.de Praxismanager (claysen) – claysen.com Medizinio: Top 10 Praxissoftware Vergleich, KBV-Installationsstatistik 31.03.2024 – medizinio.de
Dieser Marktüberblick dient der fachlichen Information und stellt keine Kaufempfehlung dar. Die Angaben zu Funktionen und Preisen basieren auf öffentlich verfügbaren Informationen der Anbieter (Stand: Februar 2026) und können sich ändern. Der Artikel ersetzt keine individuelle Rechts- oder Abrechnungsberatung.
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