DGÄPC startet ersten Fachgesellschafts-Podcast – Drei-Monats-Zwischenbilanz von „Ungeschminkt“


Mit „Ungeschminkt – der Podcast für Ästhetische Chirurgie“ hat die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) im Februar 2026 ein eigenes Audioformat zur Patientenaufklärung gestartet. Nach eigenen Angaben ist sie damit die erste Fachgesellschaft in Deutschland, die einen regelmäßig erscheinenden Podcast als evidenzbasierte Informationsplattform für Patienten, Fachkollegen und interessierte Öffentlichkeit etabliert. Drei Monate nach dem Start liegen drei Folgen vor – ein guter Zeitpunkt, das Format einzuordnen.

Auf einen Blick: Der DGÄPC-Podcast „Ungeschminkt“

MerkmalDetails
FormatAudio- und Videoformat, monatlich
Start24. Februar 2026
Bisher veröffentlicht3 Folgen (Stand Mai 2026)
SettingDrei-Personen-Format mit wechselnder Besetzung
PlattformenPodigee, Spotify, Apple Podcasts, YouTube (Video)
ZielgruppePatienten, Fachkollegen, interessierte Öffentlichkeit
ThemenfokusQualifikation, Patientensicherheit, Behandlungsmethoden, Aus- und Weiterbildung
LeitwerteQualität, Wissenschaft, Weiterbildung, Verantwortung

Aufklärungsformat als Antwort auf Bagatellisierung in sozialen Medien

Die strategische Stoßrichtung des Podcasts ist deutlich: Er positioniert sich als Gegengewicht zu der Verharmlosung ästhetisch-medizinischer Eingriffe, wie sie in sozialen Medien und in der Werbung kommerzieller Anbieter zu beobachten ist. DGÄPC-Präsidentin Dr. Michaela Montanari (Bochum) formuliert das in der Pressemitteilung zum Start so: Zwischen Social-Media-Trends und vereinfachter Darstellung entstehe schnell der Eindruck, ästhetische Behandlungen seien risikofrei – diese Bagatellisierung führe zu Verunsicherung. Anspruch des Podcasts sei es, medizinische Realität verständlich und transparent zu vermitteln, verbreitete Mythen einzuordnen und eine seriöse Grundlage für informierte Entscheidungen zu schaffen.

Die Inhalte orientieren sich nach Angaben der DGÄPC an den vier Leitwerten der Fachgesellschaft: Qualität, Wissenschaft, Weiterbildung und Verantwortung. Ziel ist es, komplexe Themen ohne Fachjargon, aber mit medizinischer Präzision aufzubereiten.

Die ersten drei Folgen: Qualifikation, Methodik, Weiterbildung

Die Themenwahl der bisherigen Folgen zeigt eine klare redaktionelle Linie – sie setzt bei den strukturellen Grundlagen des Fachs an, nicht bei einzelnen Eingriffen.

Folge 1: „Woran erkenne ich, dass mein Wunscharzt qualifiziert ist?“

In der Auftaktfolge spricht Dr. Michaela Montanari mit Dr. Helge Jens (ehemaliger DGÄPC-Präsident) und Dr. Philipp Bergmann über die Frage, wie Patienten echte Qualifikation von reinen Werbeversprechen unterscheiden können. Diskutiert werden unter anderem Warnsignale bei der Arztwahl („Red Flags“), der Umgang mit unrealistischen Patientenerwartungen sowie die Bedeutung ehrlicher Beratung. Auch die Frage, warum ein professioneller Social-Media-Auftritt allein keine Qualifikation belegt, wird thematisiert.

Folge 2: „Nase – von operativ bis minimal-invasiv“

Folge zwei führt drei Nasenchirurgen am Mikrofon zusammen: Dr. Nuri Alamuti, Dr. Florian Sandweg und Dr. Eckart Buttler. Inhaltlich geht es um die Komplexität der Rhinoplastik, die Abwägung zwischen offenen und geschlossenen Techniken sowie um die Frage, wann minimalinvasive Verfahren sinnvoll sind und wo deren Risiken liegen. Diskutiert wird auch das Verhältnis von Funktion zu Ästhetik bei Nasenkorrekturen sowie der Umgang mit Trends und Patientenerwartungen.

Folge 3: „Aus- und Weiterbildung in der Plastischen Chirurgie“

In der bislang aktuellsten Folge spricht Dr. Montanari mit Dr. Dietmar Scholz (Leiter der DGÄPC Akademie) und Prof. Dr. Tobias Hirsch (erweiterter Vorstand der DGPRÄC, Leiter des Referats Ästhetik). Die Folge widmet sich der Frage, wie gut Plastische Chirurgen heute ausgebildet sind, welche Rolle der Facharzttitel spielt und worin die Unterschiede zwischen Klinikkarriere und inhabergeführter Praxis liegen. Ein Schwerpunkt liegt auf neuen Weiterbildungsmodellen wie der DGÄPC Akademie und der Frage, wie diese Lücken zwischen Theorie, Praxis und unternehmerischem Denken schließen können.

Bemerkenswert: Mit Prof. Hirsch ist hier ein Vertreter der DGPRÄC zu Gast – die DGÄPC bindet damit gezielt eine Stimme über die eigene Verbandsstruktur hinaus ein.

Einordnung: Verbandskommunikation als Marktdifferenzierung

Mit dem Format positioniert sich die DGÄPC bewusst gegen mehrere marktrelevante Trends: gegen die zunehmende Sichtbarkeit nicht-ärztlicher oder unzureichend qualifizierter Anbieter, gegen die emotional-werbliche Patientenkommunikation in sozialen Medien sowie gegen eine wahrgenommene Qualifikationsverwässerung im Markt für ästhetische Behandlungen. Die Themenwahl der ersten Folgen unterstreicht das: Statt einzelne Eingriffe in den Vordergrund zu stellen, beginnt der Podcast mit Fragen zur Arztwahl, zu Behandlungsmethoden und zur Aus- und Weiterbildung.

Bemerkenswert ist die Doppelausrichtung des Formats: Patienten sollen Orientierung erhalten, Fachkollegen einen kollegialen Diskussionsraum. Diese Zweigleisigkeit ist ambitioniert – Audioformate, die sowohl Laien als auch Fachpublikum bedienen wollen, müssen einen schmalen redaktionellen Grat halten zwischen Fachjargon-Vermeidung und inhaltlicher Tiefe.

Auch das Konzept der wechselnden Sprecherbesetzung verdient Beachtung: Statt eines festen Moderationsteams stellt die DGÄPC pro Folge themenspezifische Expertenrunden zusammen. Damit kann das Format inhaltlich flexibler agieren als ein klassisches Talk-Format mit fester Besetzung.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wo erscheint der DGÄPC-Podcast „Ungeschminkt“? Der Podcast ist auf Podigee, Spotify und Apple Podcasts verfügbar. Als Videoformat erscheinen die Folgen zusätzlich auf YouTube über den Kanal der DGÄPC.

Wie oft erscheint eine neue Folge? Die DGÄPC veröffentlicht den Podcast nach eigenen Angaben monatlich. Bisher (Stand Mai 2026) liegen drei Folgen aus dem Zeitraum Februar bis April 2026 vor.

Wer spricht im Podcast? Das Format arbeitet mit wechselnder Sprecherbesetzung. In den bisherigen Folgen waren beteiligt: Dr. Michaela Montanari (DGÄPC-Präsidentin), Dr. Helge Jens (ehemaliger DGÄPC-Präsident), Dr. Philipp Bergmann, Dr. Nuri Alamuti, Dr. Florian Sandweg, Dr. Eckart Buttler, Dr. Dietmar Scholz (Leiter der DGÄPC Akademie) sowie Prof. Dr. Tobias Hirsch (DGPRÄC, Leiter des Referats Ästhetik).

Richtet sich der Podcast an Patienten oder an Fachkollegen? Das Format ist bewusst doppelt ausgerichtet. Patienten sollen verständliche Einblicke in medizinische Hintergründe erhalten, während Fachkollegen Qualitätsstandards und Entwicklungen diskutieren können. Die DGÄPC versteht das Format zudem als Beitrag zur öffentlichen Aufklärung, Patientensicherheit und Nachwuchsförderung.

Welche Themen wurden bisher behandelt? Folge 1 (Februar 2026) behandelte die Frage, wie Patienten qualifizierte Plastische Chirurgen erkennen. Folge 2 (März 2026) widmete sich Nasenkorrekturen von operativ bis minimal-invasiv. Folge 3 (April 2026) befasste sich mit Aus- und Weiterbildung in der Plastischen Chirurgie.

Gibt es vergleichbare Podcasts anderer Fachgesellschaften? Im deutschsprachigen Raum ist die DGÄPC nach eigenen Angaben die erste Fachgesellschaft im Bereich Ästhetische Medizin mit einem regelmäßig erscheinenden Podcast.

Fazit

Mit „Ungeschminkt“ hat die DGÄPC ein Format gestartet, das in der Verbandskommunikation der ästhetischen Medizin Neuland betritt. Drei Monate nach dem Start zeigt sich eine Themenwahl, die strukturelle Grundlagen des Fachs in den Mittelpunkt stellt: Qualifikation, Methodik, Weiterbildung. Damit positioniert sich die DGÄPC als Stimme für Patientensicherheit und Qualifikation in einem zunehmend kommerziell-getriebenen Marktumfeld.

Wie nachhaltig dieser Anspruch eingelöst werden kann, wird sich an Hörerzahlen, redaktioneller Konstanz und der Themenbreite der kommenden Folgen messen lassen. Für die Branche insgesamt ist das Format ein Signal: Verbandskommunikation entwickelt sich vom klassischen Pressemitteilungsformat hin zu langformatiger Patientenaufklärung.


Quellen: DGÄPC-Pressemitteilung vom 26. Februar 2026; DGÄPC-Webseite www.dgaepc.de/podcast; Episodenliste auf Podigee (Stand Mai 2026)

Dieser Beitrag ist redaktionelle Branchenberichterstattung und keine bezahlte Veröffentlichung.